Für OpenAI in Deutschland unterwegs: Global Counsel
OpenAI arbeitet in Deutschland seit 2024 mit Global Counsel zusammen. Im Lobbyregister kann man das nachlesen. Global Counsel stellt für OpenAI Kontakte zu Ministerien, Behörden und dem Bundestag her und probiert Gesetzgebung zu beeinflussen. Es ist normal, dass Firmen in Deutschland Public Affairs - Agenturen beauftragen, die sie beim Lobbying und dem Aufbau einer Reputation unterstützen.
In seltenen Fällen kann so eine Agentur aber auch zu einem echten Problem werden.
Epstein hat Mandelson beim Aufbau seiner Agentur geholfen
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Der britische Politiker Peter Mandelson hat letzten Herbst seinen Posten als Botschafter in den USA verloren, als herauskam, wie gut er mit Jeffrey Epstein befreundet war. Was weniger bekannt ist: Peter Mandelson hat auch die Lobbyfirma Global Counsel gegründet.
Die neu veröffentlichten Epstein-Mails belegen nun: Mandelson stand mit Epstein in engem Austausch wenn es um die Gewinnung von Kunden für Global Counsel oder auch um die Weitergabe sensibler Informationen ging.
Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern
Global Counsel probiert nun, sich von Peter Mandelson zu distanzieren, darüber berichtete Politico. Und tatsächlich hat er die meisten Anteile an der Firma abgegeben und ist nicht in das Tagesgeschäft involviert.
Was Global Counsel aber nicht abschütteln kann, ist seine Vergangenheit: Peter Mandelson hat diese Firma mit seinem Netzwerk aufgebaut. Und zu diesem Netzwerk gehört Jeffrey Epstein. Das hat die Financial Times aus aktuellem Anlass einmal nachgezeichnet.
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Kann man mit solchen Partnern Vertrauen herstellen?
Bei OpenAI und Global Counsel ist die Verbindung besonders eng. Philipp Mühl ist gleichzeitig Associate Director bei Global Counsel und Interim Policy und Partnership Lead bei OpenAI für Deutschland. Und auch das EU-Lobbying von OpenAI wird von Global Counsel durchgeführt.
In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob die Kunden von Global Counsel diese vergangene Verwicklung auch problematisch finden und sich von der Agentur trennen. OpenAI hat sich in Deutschland gerade erst mit dem ehemaligen Microsoft Lobbyisten Guido Brinkel verstärkt. Und probiert über Netzwerke wie den GovTech Campus in Deutschland die öffentliche Hand als Auftraggeber zu gewinnen.
Dass OpenAI dabei auf eine Firma mit so einer problematischen Vergangenheit wie Global Counsel setzt, hilft nicht, Vertrauen aufzubauen.
Im Sinne der Digitalen Souveränität ist es ohnehin nicht geboten, OpenAI in den IT-Stack der deutschen Verwaltung einzubauen.
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